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16.06.2023 bis 17.06.2023

Neue Osnabrücker Zeitung.

1300 Musikfans feierten Schweißtreibende Riffs für die Metal-Seele: Bruch-Open-Air in Kettenkamp
Von Jürgen Ackmann und Hermann Brands | 26.06.2022, 16:35 Uhr

Im Bruch 7, Hof Brands, Kettenkamp. Ein Ort, der selbst für ländliche Verhältnisse eher abgelegen liegt. Kaum Autos, ein paar Trecker, wenig Menschen. Am Wochenende war das anders. Eine Zeltdorf auf einer kurz gemähten Wiese mit 200 Bewohnern. Ein Biergarten unter Eichen. Eine Bühne für ein Dutzend Bands. Bruch-Open-Air.

Elf Wacken-Fans hatten sich monatelang ins Zeug gelegt, um ihr eigenes Festival durchzuziehen. Eine organisatorische Herausforderung, ein kleines Wagnis. Zwei Tage Stoner, New Metal und Punk mit allem, was drumherum dazu gehört. Grillstation, Sanitätsstation, Toiletten. Und noch mehr: Schon vor Wochen mussten die Pferde von Landwirt Christan Brands ihre angestammte Weide verlassen, weil das Organisationsteam dort Zäune setzte, hämmerte, mähte und einen Biergarten herrichtete.
Idyllisch unter Eichen gelegen: der Biergarten beim Bruch-Open-Air in Kettenkamp. Dort gab die Renslager Blaskapelle am Samstag zudem ein Konzert.

Den 1300 Gästen an den beiden Abenden gefiel das Gesamtergebnis. Mehr Gäste sollten es auch nicht sein. Nach einem ersten Mini-Festival in Renslage und einer etwas größeren Sause auf dem Hof Brands, war es nun das erste richtig große Ding. Erst mal sehen, wie die Sache läuft. Ausprobieren, lernen, Spaß haben. Und nächstes Jahr? Da werden die Gitarrenriffs und Bassdrums auf jeden Fall wieder kilometerweit zu hören sein. Womöglich in einem noch größeren Rahmen.

Das erste Fazit am Sonntag nach wenig Schlaf: Alles lief gut. Erstklassige Musik zu einem traumhaften Sonnenuntergang am Freitagabend, umwerfendes Wetter und noch mehr gute Musik am Samstag. Entspannte Gäste im Eichenrund, entspannte Gastgeber, denen die Erleichterung anzumerken war. Geld verdienen wollen sie nicht mit dem Festival. Wenn etwas übrig bleibe, werde es für eine gute Sache gespendet, sagt Christian Brands, auf dessen Hof das Bruch-Open-Air über die Bühne geht. Einfach Spaß haben, das sei das Ziel.

Den hatten alle. Auch die vielen Helfer. Zum Beispiel die Feuerwehr aus Kettenkamp. Sie half dem Festival-Team beim Einweisen der Autos, die über die denkbar schmalen Straßen Richtung Bruch 7 rollten. Kleine Planschbecken zum Abkühlen befüllten die Feuerwehrleute ebenfalls gerne. Alle halfen.

Auch der Ausfall einiger Bands wegen Corona war kein Problem. So sprang Splitterfaser aus Osnabrück kurzerhand ein und spielte an beiden Tagen, was sich auf die Textsicherheit des Publikums auswirkte. Auch die anderen Bands legen sich für das Bruch-Open-Air mächtig ins Zeug. So reiste die Sängerin von Exceed eigens aus den USA an, um am Freitag beim Festival auftreten zu können. Als Bassist musste Tim Mahn von Bourbon Connection einspringen, weil beide Bands leider Corona bedingte Ausfälle hatten und so zu einer verschmolzen. Kurzfristig als Ersatz sprang zudem die Band Tafkat aus Osnabrück ein.

Den Samstag gaben Stagehands Of Hell aus Lingen ihren Bühneneinstand, gefolgt von Splitteraser mit ihrer inoffiziellen Bruch-Festival-Hymne „Sei doch einfach mal dabei“, 12Ender aus dem Osnabrücker Land sowie Fat Rhino, Megalizz, You Know Who, Dezibel Biest sowie zum krönenden Abschluss Red Blood Mammoth.

Planmäßig brachte hingegen die Renslager Blaskapelle am Samstag kurz nach Mittag am Samstag ihren Auftritt über die Bühne. Sie gab dem Festival eine weitere Wacken-Note, bevor am Abend Bands wie Dezibel Biest ihren Namen alle Ehre machten.

In der Zwischenzeit ließen es sich vor allem die Campground-Bewohner gut gehen. Die hatten sich auf der weitläufigen Wiese mit Sonnenschirmen, Kühlboxen und dem ein oder anderen Bier gemütlich eingerichtet. 500 Brötchen schmierte das Küchenteam für die Zeltdorfbewohner. 

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